Wilhelm Reich
 

Wilhelm Reich, 1897 in Galizien geboren und 1957 unter ungeklärten Umständen in einem amerikanischen Gefängnis gestorben, war ein unermüdlich wirkender Psychiater, Sexualforscherund Soziologe. In ungewöhnlicher Weise sah Reich die interdisziplinären Zusammenhänge seiner Forschungsergebnisse und handelte konsequent – auch als Therapeut – auf einer politischen Ebene: Kriterium für eine erfolgreich abgeschlossene Psychoanalyse war für ihn das Erreichen der "orgastischen Potenz". Er gründete Sexuaberatungsstellen, 1931 gar den "Deutschen Reichsverband für Proletarische Sexualpolitik" (Sexpol).

In den 1940 Jahren, inzwischen in die USA emigriert, suchte der Wissenschaftler durch gezielte experi- mentelle Forschung nach den Grundprinzipien des Lebens und postulierte die Existenz einer universellen, sowohl im Körper als auch im Kosmos vorkommenden Lebensenergie, die er "Orgon" nannte und die in so genannten Orgon-Akkumulatoren konzentrierbar sei. Auch mit der energetischen Beeinflussung von Wetter experimentierte er, mit der Bildung und Auflösung von Regenwolken. (Nicht nur) damit schoss er für viele zu weit über das Ziel hinaus. Er wurde als "Sexualanarchist" beschimpft, als "Regenmacher" verhöhnt. Seine Bücher und Schriften wurden verbrannt: zuerst im 'Dritten Reich' und später dann – u.a. auf Druck der amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde – auch in den USA.

In seinem Testament verfügte Reich, der heute oft als "Vater der Körperpsychotherapie" bezeichnet wird, dass sein Nachlass erst 50 Jahre nach seinem Tod der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden dürfe. Der Filmemacher Antonin Svoboda nahm die Freigabe dieses Materials durch die Harvard University Medical School im November 2007 zum Anlass, Reichs Leben noch einmal nachzuzeichnen.

Zu Gast im Kino
am DO 18.08.11
Dr. med. HEIKE BUHL, Orgonmedizinerin,
ehem. 1. Vorsitzende der Wilhelm-Reich-Gesellschaft e.V.
und
am FR 19.08.11:
BERND SENF, Professor für Volkswirtschaftslehre und profunder Kenner der Arbeiten von Wilhelm Reich"